Trägerkleid mit Palmendruck

Diese Viskosemischung mit etwas Leinen und einen sommerlichen Palmendruck hatte es meinem Surferherz sofort angetan (gefunden bei miekkie ). Ein Trägerkleid sollte es werden. Eine ganze Weile überlegte ich was der perfekte Schnitt dafür wäre. Als der Urlaub näher rückte, war klar es muss ein fertig angepasstes, vorhandenes Schnittmuster sein. Einen neuen Schnitt vorzubereiten hatte ich keine Zeit und keine Lust. Die Wahl fiel auf ein Kleid welches ich schon zweimal sehr unterschiedlich umgesetzt habe, ein Retrokleid von Burda.

Trägerkleid Burda

Fürs Trägerkleid die Röcke raffen

Viel erkennt man vom Schnitt allerdings nicht mehr, da ich alles Spezielle weggelassen habe und lediglich die Basis des Oberteils beibehielt. Acht Bahnen, die sich der Figur entsprechend in die Kurve legen.  Ausgehend davon lassen sich unzählige Variationen gestalten.

Der Stoff zeigt einen Bordürendruck und gibt damit die Rockgestaltung weitgehend vor. Falten oder Raffen. Jede Form von gerundetem Kreisteil würde einen solchen Bordürendruck verstümmeln. Obwohl ich immer den Eindruck habe meine Hüfte verträgt keine Raffung, da diese in meiner Wahrnehmung immer etwas aufmoppelt, habe ich diesmal trotzdem eine genäht. Weil Falten mir einfach zu streng für Palmen erscheinen. Und weil ichs kann. Und weil wahrscheinlich nur meine strenge Selbstwahrnehmung diese Hüften doof findet.

Zum Kräuseln gibt’s verschiedene Methoden. Wer eine Overlock besitzt, hat leichtes Spiel. Stichlänge und Differentialtransport auf Maximum. Gegebenenfalls noch den Stichfinger weg und zack ist der Stoff versäubert und gekräuselt. Ich habe drei Runden gedreht, bis die verbleibende Stoffbreite dem des Oberteils entsprach.

Trägerkleid nähen

Was tun bei zu zartem Stoff?

Der Stoff hat ausserdem ein kleines Defizit, er ist ein kleines Etwas zu transparent und so locker gewebt, dass er zwar nicht im eigentlichen Sinn elasthisch ist aber doch deutlich nachgibt. Wer auch mal mit so einem Stoff zu tun hat: der Vorteil ist ein leichtes Tragegefühl und die Nachteile lassen sich aufheben.

Gegen die Transparenz habe ich das Oberteil doppelt zugeschnitten und somit ein Futter erstellt. Ich habe es aber nur oben miteinander verstürzt und dann beide Lagen als eine weiterverarbeitet, um den Reissverschluss einzusetzen. Zwei Lagen sind schon nicht mehr transparent, tragen den Reissverschluss stabiler und dennoch bleibt die Atmungsaktivität des Materials erhalten. Der Rock ist so stark gerafft und locker, dass hier eine farblich dezente Unterwäsche dem Anstand genügt.

Trägerkleid Strand

Pimp your Trägerkleid

Insgesamt fand ich das Oberteil ein wenig monolitisch an mir. Es fehlte wohl doch die Blende, die der Originalschnitt vorsieht. Leider habe ich im Vorfeld keinen passenden Kontraststoff gefunden, der mir in den Kram passte und dachte, dass sei auch nicht wesentlich. Nachdem ich aber die Fotos der Strandfotosession genauer betrachtet habe, fand ich dass da wirklich was fehlt. Nun bin ich derzeit im Wohnmobil unterwegs und muss aus dem was machen, was ich eben dabei habe. Schicke Borten und Bänder gehören nicht dazu. Nach einige Grübeln habe ich vom wirklich kleinen Reststoff drei schmale Streifen geschnitten, diese versäubert, miteinander verflochten und an den Ausschnitt genäht. Viel Besser!

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Ausschnitt Trägerkleid

Alltagstaugliche Kleider

Früher dachte ich Mütter würden so brave, knielange Röcke tragen weil sie damit gesellschaftlichen Konventionen entsprechen wollen. Pah!!! Die wollen nur ihren Kleinkindern hinterher rennen können und sie vorm Ertrinken oder in Sandburggräben fallen retten, ohne dass der Rock über den Kopf rutscht! Da der Gatte der Starfotograf ist und wir keinen Babysitter dabei haben, ist Zwergi auch bei den Fotosessions immer dabei und selten brav in Sichtweite. Gar nicht so einfach so zu brauchbaren Bildern zu kommen. Aber ich liebe meinen kleinen Fotobomber 🙂

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Damit schicke ich euch sonnige Grüße von der Adria!

Wieder dabei beim Du für Dich am Donnerstag.

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Aber gerne doch !

Meine 10 11 liebsten Schnittmuster für Sommerkleider  findest du hier.

Comments (5)

Sieht toll aus! Wirklich schön, was du aus dem Schnitt gemacht hast, und die Ausschnittdekoration gefällt mir sehr gut 🙂

Mit und ohne Band am Ausschnitt ist das ein ganz tolles Kleid! Mit dem Stoff sicher herrlich für den Sommer am meer! Und sehr schöne Bilder habt ihr gemacht, das mit den Fotobombern kenne ich, bei mir sind es zwei, die mit aufs Bild wollen, oder grade dann total dringend Aufmerksamkeit brauchen… 😉 LG Sarah

Toll, was Du aus dem Burdakleid gemacht hast! Den Schnitt hätte ich wirklich nicht wieder erkannt, aber wie so oft bei Burda finde ich die genähten Versionen viel schöner als das Vorbild im Heft. Interessant , daß Du mit der Overlock den Rock eingereiht hast, aber es ist sicher eine gute Idee, vor allem bei so feinen Stoffen. Und der Ausschnitt gefällt mir ohne Bändchen viel besser, das ist so schön schlicht und klassisch! Insgesamt ein ganz tolles Kleid, und ich wünsche Dir weiterhin schöne sonnige Urlaubstage!
LG Barbara

Wow, ich finde das Kleid auch sehr gelungen. Mit der Overlock habe ich auch noch nie gekräuselt, klingt aber wesentlich einfacher als mit der normalen Maschine. Ich denke nicht, dass das Oberteil noch Schleifen benötigt, es sieht ohne schon richtig klasse aus! LG Ina

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