Stellt euch vor ihr geht in eine Konzert und wollt tanzen und springen – eine Handtasche, genauso wie ein Rucksack nervt dabei einfach nur. Kerle kennen das Problem nicht und stopfen alles in ihre gigantischen Hosentaschen. Ich will auch so eine Hose! Und warum werden Handy immer größer, unsere Hosentaschen aber gefühlt immer kleiner?
Ich will eine Hose
- mit sicherer Tasche für Geldkarte und Bargeld
- mit einer großen Tasche für die aktuellen Riesenhandys
- Platz zum festklicken meines Schlüssels
- die aber NICHT nach Cargohose aussieht.

Die Hosentasche fürs Geld
Direkt nach dem Zuschnitt ging es an die erste Herausforderung. Die Taschenbeutel der Eingriffstaschen der Smartpatternjeans werden aus einem Stück zugeschnitten und vertikal zusammengeklappt. Nur auf das später sichtbare Teil wird ein Stück Oberstoff aufgesteppt.

Dieses Stück Oberstoff habe ich etwas vergößert und einen nahtverdeckten Zipper eingenäht. Dann erst auf den Taschenbeutel aufgesteppt. Somit habe ich eine kleine, verschliessbare Tasche, gerade groß genug für Karten und etwas Bargeld.

Schlüsselschlinge
Super unkompliziert zu machen aber für mich ein riesen Mehrwert. In die andere Eingriffstasche habe ich eine kleine Schlinge eingefügt an der ich meinen Schlüssel befestigen kann. Keine Sorge, dass er rausfällt und verloren geht.

Material und Basics
Nach den Taschen habe ich die Hose erstmal normal nach Anleitung genäht. Der elastische Cordstoff Maya von snaply ist hier ein sehr freundlicher Genosse. Dünn genug, um auch bei vielen Lagen kein Problem zu machen aber fest genug, um nirgendwo auszuleiern. Ich nähte Vorder- und Hinterhose fertig und verband beides an den Aussenseiten. Die Innenbeinnaht steckte ich nur einmal, um zu checken, ob alles passt. Nahm es dann aber wieder auseinander.

Die Hosentasche fürs Handy
Wohin aber nun mit dem Handy? Wer Lauftights trägt, kennt die Lösung: die Aussenseite der Oberschenkel ist der einzige Ort, an dem auch ein halbes Tablet nicht stört und sicher verstaut werden kann. Daher blieb die Innenbeinnaht noch offen, erstmal musste quer über die Aussenbeinnaht eine Paspeltasche eingesetzt werden.

Auch das machte der Cordstoff überraschend stressfrei mit. Ich bin nach meiner eigenen Anleitung für Paspelttaschen vorgegangen. Manche Dinge mach ich hundert mal und muss trotzdem immer wieder nachschlagen. (Findet ihr hier: Anleitung Paspeltasche ein bisschen runter scrollen, dann gibt es eine Schritt für Schritt Anleitung).

Ist das Handy in der Tasche, sieht man das zwar aber es trägt weit weniger auf als eine typische Aufsatztasche von Cargohosen. Insgesamt beliebt der klassische Jeanslook erhalten. Für mich passt die Lösung so optimal.

…und bequem!
Wichtigste Eigenschaft einer Hose: bequem muss sie sein. Dieses Modell sitzt fast wie aufgemalt, demnächst muss ich mir bei Smartpattern vielleicht einen neuen Massschnitt erstellen lassen. Dank der Elasthangötter und dem breiten Bund ist sie aber trotzdem bequem und geht mit jeder Bewegung mit. Am wichtigsten: im Sitzen kneift nix im Bauch.

Damit habe ich den Februar gut genutzt für eine Frühlingshose, die bestens auf den Laufsteg des Me Made Mittwoch passt.
Liebe Grüße an alle Hobbyschneiderinnen – möge der Frühling uns neu beflügeln und zu wunderbaren neuen Projekten inspirieren.
Sam
Eine tolle Umsetzung für Konzerte. Ich habe die genau gleichen Fragen mit Hemden mit Brusttaschen (natürlich mit Knöpfen) beantwortet. Da gehen Karte und ein bisschen Geld ebenfalls wunderbar rein. Beim Telefon hatte ich bisher die ‚Hülle mit Band, dieses Band quer um dem Körper (unter dem Hemd) und dann in die Vordertasche‘ Lösung. Das hat zufriedenstellend funktioniert, weil ich mein Telefon auf Konzerten eh nicht benutze, aber deine Lösung ist da mustergültig. Muss ich auch bei einer Hose umsetzen!
Welcher Schnitt von Smart pattern ist es denn?
Grüße, Tina
Dankeschön liebe Tina,
das ist der Schnitt „Stretchjeans“ mit hoher Taille und breitem Bund.
Klug gelöst und trotzdem sitzt die Hose wie „aufgemalt“ (schöne Beschreibung). Bei weiten Hosen findet sich ja meist versteckt doch irgendwo noch ein Platz für Handy und Co. Das Einzige, was ich mich frage: Wie ist es beim Sitzen mit der Karte? Ich hätte Panik, dass sie knickt. Insgesamt eine sehr schöne Hose in einem wunderbaren Blau. LG Carola
Lieben Dank!
Die Hosentaschen und auch die eingesetzte Geldtasche ist tief genug, dass die Karten im sitzen unter dem Knick der Hüfte also eher auf dem Oberschenkel zu liegen kommen. Das geht sich tatsächlich ganz gut aus.
Was für ein toller Post! Eine Konzerthose – großes Kino. Ich habe mich vor einigen Monaten tatsächlich für eine Cargo-Kaufhose entschieden für die Konzerte – für ein Nähprojekt fehlte mir die Geduld. Deine Hose ist toll – und durch die schmale Form auch für die feineren Konzerte geeignet, bei denen eine Cargo-Hose nicht so passt. LG Kuestensocke
Super Idee mit der zusätzlichen Tasche. Ich habe mir allerdings die gleiche Frage wie Carola gestellt. Wenn ich Karte und Geldschein in eine der Vordertaschen stopfe, ist das schon manchmal unangenehm beim Sitzen, weil die Kante der Karte drückt. Und meine Hosen sind nicht ganz so aufgemalt, bei dir hat die Karte ja wenig Spiel. Die Idee mit dem seitlichen Handytasche ist auch schlüssig, das Handy stopfe ich allerdings immer in die Vordertasche. Es hat einen Grund, warum ich ein recht altes IPhone Mini verwende, ich fürchte mich schon vor dem Tag an dem ich es gegen ein neues, größeres Handy austauschen muss, weil es wirklich nicht mehr zu reten ist. Und schon wieder eine Jeans von Smartpattern, so langsam bin ich dann auch soweit das Prinzip mal ausprobieren zu müssen. Deine Hose ist dir gut gelungen, die Farbe ist auch toll.
Liebe Grüße, heike
Wow, sie sitzt wie angegossen. Ich habe deinen Zwischenschritte schon auf Instagram verfolgt, weil ich auch von deiner Idee begeistert war…eine Konzerthose :). Deine Seitentasche erinnert mich an meine Laufhose und ich liebe diese Tasche an der Seite. Ich kann es also fühlen, dass dein Handy dort am angenehmsten untergebracht ist.
Die Schlaufe für einen Schlüssel hat mich überrascht…manche Dinge können so einfach sein. Geniale Idee.
LG Birgit