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Indiepatterndesigner versus Niedergang der großen Schnittmusteranbieter

In englischsprachigen social media trauert die Nähgemeinschaft über das vermutliche Ende der so genannten Big4 – McCalls, Vogue Patterns, Simplicity und und Butterick. Alle vier wurden von einer Art Konkursverwalter aufgekauft und werden wohl nun liquidiert. (Wer es ausführlich wissem mag, findet hier einen Artikel dazu)

Mich überrascht das gar nicht und ich frage mich eher wie lange Burda noch durchhält.

 

Schöne Tradition wich altmodischem Muff

Fast alle hiesigen Hobbschneiderinnen meiner Generation und älter haben mit Burda nähen gelernt. Ähnlich scheinbar sind die Amerikanerinnen mit den Big4 gestartet. Alles hat seine Zeit und in den 60-ern war Burda mit den Schnittbögen super innovativ. Auch in den Designs selbst waren die großen Anbieter lange Zeit zu Recht marktdominierend. Aber dann kamen die neuen Designerinnen und hatten neue Ideen.

 

Liebeserklärung an Indiedesigner

Spätestens mit der Corona Pandemie boomte das Nähen als neuentdecktes Hobby, in Europa genau wie in den USA. Immer mehr neue Designerinnen eroberten den Markt und machten dabei ein paar, für mich wesentliche Dinge anders und besser:

 

    1. Viele suchten sich Nischen, die sie perfekt bedienten – Jerseyschnitte, Schnittmuster für Kinder, Taschen, Sportbekleidung, Unterwäsche…
    2. Sie machten es persönlich, zeigten sich und ihre Motivation und stellten dadurch Nähe her.
    3. Sie bezogen ihre Kundinnen in den Prozess ein – Umfragen, Probe- und Designnähen.
    4. Sie zeigten Wertschätzung für ihre Kundinnen – Reposts in Social Media, Kommentare und Likes (ist nunmal die Währung online)
    5. Sie brachten Designs raus, die mit dem was in den Läden hängt, Schritt hielten. (Ein Segen der durchaus manchmal zum Fluch werden kann aber dennoch gerade jüngere Nähnovizinnen sehr motiviert)
    6. Super wichtig: sie optimierten die Schnittmuster selbst – PDFs mit vernünftigen Anstossmarkierungen, Beschriftungen und (bahnbrechend in der praktischen Nutzung) Ebenen für die Größen
    7. Für mich der absolute Gamechanger: sie erstellten Anleitungen, die diesen Namen verdienen! Keine A4 Seite mit drei Spalten in Schriftgröße 9 für einen Blazer sondern selbst für ein T Shirt 10 Seiten mit Bildern, ganzen Sätzen und Querverweisen zu zusätzlichen Videos.

Sicher gibt es unter den Indiedesignerinnen auch große Unterschiede aber die, die zumindest einiges davon tun, sind die, die sich auch mit dem Abschwächen des Pandemiehypes gehalten haben und kontinuierlich wachsen.

Ich will es mal ganz deutlich sagen: DANKE!

Danke an all die kreativen Köpfe hinter den kleinen Labeln, die das Nähen mit ihren Ideen, ihrem Geschäftsmut und ihrer Arbeit zugänglicher für Einsteigerinnen und wieder neu belebt und spannender für alte Hasen gemacht haben! I love you all 🥰

Das Hemd zum Wort zum Sonntag

Ganz ohne Bild geht ein Artikel auf einem Nähblog nicht. Daher mein zweites Donnyshirt, eingetragen in Madrid. Ein großartiger, durchdachter und super funktionaler Schnitt, den ich besonders für schöne Printstoffe liebe. Hier eine Viskose von Poshpinks.

Habt alle einen wunderschönen Sommer, habt viel Zeit an der Nadel und  tragt die wundervollsten Kreationen.

Schönste Grüße,

Sam

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