Eigentlich zweifel ich am Konzept „gestricktes Sommertop“. Stricken ist in meinem Kopf mit Winterkleidung verknüpft und es kann doch unmöglich am Körper Winter und an den Armen Sommer sein!? Aber da auch ich nur ein Mensch und somit mitunter ein Opfer von Influencern bin, wollte ich es doch einmal ausprobieren und mir ein Top stricken.
Anleitung von Paula strickt
Cécile gibt es hier bei ravelry. In meinen Augen anfängerfreundlich, denn es wird ganz klar von oben nach unten und Reihe für Reihe gestrickt und erklärt. Die Erklärung für recht und links gestrickte, jeweils rechts und links geneigte Maschenzunahmen ist sogar so gut, dass sie es als Einleger in mein Standardwerk übers Stricken geschafft hat. Diese Maschenzunahmen sind elementar für dieses Top und ein bischen muss man sich konzentrieren, um jeweils immer genau die richtige Art zu stricken, damit sich die breiten Rippen so schön ineinander fügen.
Einziger Haken an der Anleitung ist die sehr umständliche Art der Größenaufteilung. Man muss enorm über Absätze springen, um die eigene Größe wieder zu finden. Vor allem druckt man sehr viele Seiten umsonst. Ich habe mir meine Absätze letztlich ausgeschnitten und zusammengeklebt, dann kam ich prima zurecht.
Strickgarn Sommerseide
Der Mix aus halb Seide und halb Baumwolle klang für mich perfekt für Sommerstrick. Die Sommerseide von Lana Grossa bewährte sich schon während des Strickens. Ich war kürzlich ein paar herrliche Tage in Madrid und hatte mir mein Projekt mitgenommen. Selbst bei 37 Grad fühlte sich die Arbeit an den Händen nicht unangenehm oder arg schwitzig an. Auch passt sie sehr gut zur Anleitung – zumindest in der Maschenzahl. Für die Länge habe ich die Träger um 15 Reihen verlängert bevor ich mit den Maschenzunahmen begann und beim Rundenstricken nach unten habe ich gar nicht erst gezählt, sondern immer mal angehalten, ob es mir schon reicht. Einzig meine Farbwahl war unglücklich.

Strickwerk umfärben
Die Originalfarbe liess meinen Teint unglaublich seltsam aussehen und ich fühlte mich wie ein gelbsüchtiges Herbstgemüse. Simplicol war die Rettung. Zum Glück lassen sich Naturfasern meist gut färben also gab ich dem eine Chance und versuchte es mit Mohn-Rot. So richtig rot wurde es nicht aber aus dem gelblastigem Kürbisorange wurde rotlastiges Blutorange. Ein dezenter Unterschied im direkten Vergleich aber ein überraschend großer Unterschied am Leib.

Bei meinem zweiten Anlauf Fotos vom Top zu machen, schien mir die Sonne sagen zu wollen: diese Farbe ist deine!

Fazit Sommerstrick
Also so ganz überzeugt bin ich noch nicht aber ich gestehe, bei Wetter wie dem diesjährigem Sommerdauerregen ist ein Stricktop gar nicht so verkehrt. Ausserdem ist es verleichsweise schnell gestrickt und ermöglicht somit schnelle, tragbare Erfolge.

Die Sommerseide jedenfalls hat mich so sehr überzeugt, dass ich inzwischen IN EINER ANDEREN FARBE ein neues Projekt daraus angestrickt habe. Das recht zarte Garn fordert zwar auch dünne Nadeln (3,5) und ist daher eine echte Herausforderung für meine Geduld aber es verarbeitet und trägt sich so wundervoll, dass ich nicht davon wegkam.

Schönste Grüße an alle Freundinnen von Garn und Nadeln,
Sam
Das Top steht dir ganz ausgezeichnet! Liebe Grüße Robina
[…] Overlay zu meinem gestricktem Cecile Top funktioniert das ansonsten eher unpraktische Phen Shirt […]