Neues Jahr -neues Projekt

Jahresrückblick 2018

2018 war in jeder Hinsicht ein besonderes Jahr. Ich war mit Mann und Sohn ein Jahr gemeinsam in Elternzeit und wir haben den größten Teil des Jahres im Wohnmobil auf Europatour verbracht. Meine Nähmaschine war mit an Bord und wurde ausgiebig genutzt. Die Tour und auch meine Nähwerke habe ich dokumentiert unter www.echte-elternzeit.de. Dabei habe ich mir selbst eine kleine Challenge auferlegt. Anstatt Souveniers zu kaufen, habe ich mir auf jeder besonderen Station ein Kleidungsstück genäht. Somit habe ich jetzt eine kleine Kollektion von Stücken, die mich in meinem zukünftigen Alltag immer an diese wundervolle Zeit erinnern werden. Tragbare Erinnerungen.

Diese Zeit und auch das Schreiben des Blogs dazu haben mir enorm viel Freude bereitet. In mein neues Leben als WorkingMum möchte ich etwas davon mitnehmen, das Nähen und das Schreiben!

Fast Fashion ist scheiße

Entschuldigt den derben Ausdruck der Überschrift aber…IS’SO!

Der Luxus von soviel Zeit gab mir auch Zeit über diverse Themen nachzudenken, die sonst im Alltagsstress untergehen. Eines dieser Themen ist Fast Fashion. 2018 jährte sich die Katastrophe von Rana Plaza bereits das fünfte Mal und noch immer hat sich fast nichts an den Produktionsbedingungen von Textilien geändert. Während die westliche Welt inzwischen wöchtentlich neue „Trends“ in den Geschäften jagd und sich über stetig niedrigere Preise an der Kasse freut, zahlt der Rest der Welt den wahren Preis. Dieser Preis ist Kinderarbeit, sklavereiähnliche Verhältnisse und massive Umweltbelastung. Einen Teil des wahren Preises zahlen wir auch selbst, mit unfassbar viel Zeit, die wir mit Shopping verschwenden und Geld das wir letztlich schon nach kurzer Zeit buchstäblich wegwerfen.

Ganz grundsätzlich bin ich überzeugt, dass die größte politische Macht, die jeder einzelne von uns inne hat, im Konsum liegt. Mag ja sein, dass wir alle vier Jahre wählen dürfen aber Politiker sind rechtlich nicht an ihre Wahlversprechen gebunden und werden auch nicht an deren Erfüllung gemessen. Mit schöner Regelmäßigkeit kann man feststellen, das es fast egal ist wen man wählt, in vielen Themen geschieht dann doch nicht das was man sich erhofft hat. Umweltpolitik und die seit Jahrzehnten nahezu folgenlosen dramatischen Entwicklungen unserer Umwelt, sind da das beste Beispiel.

Konsumieren jedoch tun wir so ziemlich jeden Tag. Geld regiert die Welt. Wer unser Geld nicht bekommt, hat bald nichts mehr zu sagen. Das gilt sowohl für Lebensmittelproduzenten mit Massentierhaltung, als auch für Hersteller von Billigkleidung.

Jahresnähblick 2018

Bei der Überlegung was ich denn 2019 so nähen könnte, fing ich damit an darüber nachzudenken was genau ich 2018 genäht habe. Es waren ganz überwiegend Kleider, zwei Shorts, ein paar Shirts und eine Herbstjacke. Klar in meinem ganz persönlichen ewigen Sommer war es das, was ich trug. Aber es waren auch ganz einfach die Dinge auf die ich Lust hatte, die ich gerne nähen wollte. Unabhängig davon, was ich brauchte oder auch nicht brauchte. Das Nähen stand im Vordergrund, weniger das Tragen der Kleidung. Auch das kann Ressourcenverschwendung sein. Ich werde wohl nie Textilminimalist werden aber ich möchte gerne bewusster entscheiden was ich woraus nähe und dahin kommen, nur noch Kleidung zu nähen, die ich auch wirklich lange und gerne trage.

Challenge 2019 – Nähen statt kaufen

Logische Konsequenz aus meiner Konsumkritik an Fast Fashion ist die Vermeidung von fragwürdig produzierter Kleidung. Da ich nunmal passabel nähen kann habe ich eine Alternative. Nähen statt kaufen von allem was ich brauche, wenigstens ein Jahr lang. Halte ich das durch? Wo gibt es Grenzen? Wo zeigen sich überraschende Effekte? Ich bin gespannt und freue mich auf virtuelle Begleiter oder besonders gerne auch Mitmacher!

Erster Schritt im Januar wird es sein, genauer zu definieren was ich nähen werde. Bis dahin wünsche ich allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und würde mich freuen von euren textilen Neujahrsvorhaben zu lesen!

Herzliche Grüße,

Sam

 

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