Business Winter Garderobe

Die Bestandsaufnahme in Zahlen

Nachdem ich theoretisch festgehalten habe, was mein Kleiderschrankziel ist, geht es jetzt ans eingemachte. Was ist drin im Schrank?

Rein mengenmäßig könnte man annehmen dieser Blog dürfte nicht viele neu genähte Stücke zeigen. Folgendes fand sich in den Tiefen meines Schrankes an:

  • 11 Blazer
  • 2 Hosenanzüge
  • 1 Kostüme
  • 5 Kleider
  • 4 Röcke
  • 15 Blusen
  • 4 Jeans
  • 10 Pullover
  • 2 Wintermäntel

Vom Bauchgefühl hätte ich gedacht, dass ich unheimlich viele Klamotten besitze. Jetzt komme ich auf 57 Teile (Anzüge und Kostüme je als zwei Teile gezählt). Davon sind acht Teile direkt auf den Kann-weg-Stapel gewandert. 49 finde ich gar nicht so weit weg von den 37 der echten Minimalisten und ich teile noch nichtmal in vier Saisons, sondern nur in zwei.

Wenn ich nach der Konmari Methode fragen würde, ob mich jedes einzelne Kleidungsstück wirklich glücklich macht, hätte ich plötzlich sehr viel Platz. Schlechte Passform auf meinen aktuellen Körper, Polysterüberbleibsel und  ein bedauerlich großer Teil ist schon recht abgetragen. Da nähen länger dauert als kaufen, wage ich es nicht mich radikal zu trennen und bin auf meine acht Aussortierungen schon durchaus stolz.

Detailbetrachtungen

Blazer

Ein Blazer hat es definitiv hinter sich aber dennoch bleiben noch genug, die völlig in Ordnung sind. Allerdings habe ich hier Fifty Shades of Dark im Schrank und vermisse etwas mehr Farbe.

Eine Reihe Blazer auf Bügeln

Röcke

Bei den Röcken macht sich die kleine Figuränderung nach Baby leider bemerkbar. Der am häufigsten und liebsten getragenen Rock bekommt nichtmal mehr den Reissverschluss zu. In dem Rock der zum Kostüm gehört kann ich nur noch stehen, sitzen lässt die Nähte krachen. Vom Kostüm bleibt ein Blazer und ein richtiges Kostüm habe ich somit keines mehr. Also zwei neue Röcke dürfen es werden. Der rot karierte zählte definitiv zu Lieblingsstücken, ich möchte versuchen diesen nachzunähen.

Pullover

Bei den Pullovern sieht es ähnlich aus. Ich liebe schmale Rollkragenpullover. Einige sind nun zu schmal und einige andere habe ich schon etwas zu oft geliebt. Ein Pullover fliegt sofort raus. Zwei oder drei weitere grenzwertige Modelle sollte ich zeitnah ersetzen. Farblich sieht mein Pulloverregal fast aus wie der eines Beatniks, schwarz in diversen Schattierungen. Der einzige wirklich farbige Pullover gehört zu denen, deren Nähte sich auflösen.

Capsule Wardrobe Business Pullover

Kleider

Kleider liebe ich ja sehr. Hier gibt es die gemeinsten Tiefschläge. Gleich drei Lieblingsstücke verwandeln mich nicht mehr in Sex in the City sondern in Wurst in Pelle. Zwei werfe ich direkt weg, das pinkfarbene ist noch in einem so guten Zustand, dass es noch ein Weilchen hoffen darf, dass ich wieder hineinpasse. Ein Drama in drei Akten welches definitiv nach einer Neuinszenierung verlangt. Ein viertes sieht aus als wäre es den 90-ern des letzten Jahrtausends entflohen, dieses darf ersatzlos den Weg allen irdischen gehen.

Blusen

Blusen sind eigentlich auch genug da. Eigentlich. Uneigentlich sitzen die zwei liebsten Blusen zu spack und gehen bestenfalls noch zu Highwaiströcken oder -hosen. Drei Blusen sind aus Polytierchen und somit regelrecht ungeliebt. Vier weitere sind zutiefst langweilige Hemdblusen. Ja die gehen irgendwie immer aber sind in etwa so individuell wie ein Billy Regal. Hier fehlt einfach deutlich mehr persönlicher Stil! Eine fliegt direkt, diverse andere werden nähend ausgetauscht.

Hosen

Eine Anzughose meiner ohnehin wenigen Anzüge, mag mich auch nicht länger vollständig bedecken. Somit wird aus dem Anzug, ein Blazer und es bleibt mir nur noch ein vollständiger Hosenanzug. Ein bisschen dünne für eine ambitionierte Papierhochstaplerin. Ansonsten trage ich auch gern Jeans ohne Waschung zu Blazer. Diese haben gnädigerweise alle einen Elasthananteil und passen noch.

Mäntel

Für alles unter 5 Grad ist meine sauschwere, dreifach gefütterte Funktionsjacke alternativlos. Das teure Stück ist im dritten Winter und sieht nagelneu aus. Wenn es nicht ganz so kalt ist habe ich einen sehr geliebten Kurzmantel aus pertrolfarbener Wolle. Auch dieser ist in einem super Zustand. Er hat aber den Haken nicht zu allem kompatibel zu sein. Ein zweiter Wollmantel in rot, der zu meinen vielen blauen Hosen und Blazern passt, wäre toll im Sinne einer gut kombinierbaren Garderobe. Zwingende Notwendigkeit, kann ich hier aber nicht attestieren.

Die Nähliste

Ich könnte also folgendes nähen :

  1. Zwei oder drei Kleider
  2. zwei Pullover
  3. zwei oder drei Blusen
  4. zwei Röcke
  5. eine Hose (absoluter Angstgegner)
  6. evtl einen Blazer,  dieser müsste mit Hose oder Rock einen Anzug ergeben
  7. wenn ich Langeweile habe (hahahahaaaaaa) ein feuerroter Mantel

Das ist verdammt viel!

Ich werde der Reihe nach Priorität und vorhandenem Stoff rangehen und schauen was ich schaffe. Wenn der Frühling kommt, wird gestoppt und im Herbst fortgefahren. Stücke zu nähen, die ich nicht direkt tragen kann, wäre Quatsch.

Gedanken auf dem Weg zur Capsule Wardrobe

Ich denke, dass dieses Garderobenthema mit Abstand das aufwändigste wird. Also gleich mal ein harter Start ins No-Shopping-Jahr. Weil Businesskleidung im Kauf eher teuer ist und im Nähen eher zeitintensiv, habe ich schon in den Jahren vor Kind auf keine Weise viel Neues angeschafft. Zusammen mit der eigenen Formveränderung ergibt sich hier zwangsläufig der größte Bedarf. Ausserdem wird es ohnehin Zeit besonders meine Arbeitskleidung etwas individueller und hochwertiger zu gestalten.

Die kritische Betrachtung meiner Kleidung fällt schwer. Immer sitzen mir Zeit- und Kostenfaktor auf der rechten Schulter und Anspruch an Qualität und Stil auf der linken. Dazwischen eine gewisse Ratlosigkeit, wie beides zu vereinen ist. Selbst wenn ich die Kleidung neu kaufen wollte, ginge das nicht in der Menge, die mir nötig scheint. Das würde selbst meine Kreditkarte überfordern. Vielleicht sollte ich mir doch etwas mehr von den Minimalisten abschauen? Ich denke ich setze mir jetzt mal für die Winter Business Garderobe ein Limit von 50 Teilen. Damit habe ich noch Luft nach oben aber zwinge mich selbst mittelfristig für jedes neue Teil ein altes zu entsorgen und so einer Mengeneskalation vorzubeugen.

Oder löst sich das Mengenproblem von ganz allein, wenn man erstmal mehr Lieblingsstücke hat und der Verzicht auf So-La-La-Stücke dann leichter fällt? Hat es irgendjemand schonmal so wirklich ganz streng nach Konmari geschafft alles wegzuwerfen, was nicht 100% glücklich macht? Wart ihr danach nackt?

Comments (1)

Hi
Das hast du so schön ausgedrückt….mag mich nicht länger bedecken….made my day, danke dafür! Ich mag deine Gedanken und deine Art, dich auszudrücken.
Seit September 2018 habe ich mir kein einziges Kleidungsstück mehr gekauft aus sehr ähnlichen Gründen wie du. Es hat bisher gut funktioniert. Auch ich möchte meine Projekte jetzt gezielter nähen, und vor allem auch auf die Stoffqualität mehr Augenmerk legen. Lieber weniger und dafür wertiger. Du hast mich da inspiriert, wie ich eine Sortierung und Organisation meiner Garderobe angehen könnte. Daran haperte es bisher noch.
Ich bin gespannt, wie es mit deiner Umsetzung weiter geht.
Lg
Kerstin

Leave a comment