Burdajeans und Agnes Top

Agnes Top im Partnerlook mit Sohn

Ich kämpfe ja so ganz grundsätzlich mit zwei textilen Feinden, Hosen und Jersey. Nun begab ich mich in einen Zweifrontenkrieg und kann verkünden siegreich daraus hervorgegangen zu sein.

Halleluja, gepriesen sei die heilige Dreifaltigkeit – die Nadel, der Faden und der heilige Schnitt. Amen Nähschwestern!

 

Skinny Jeans

Nachdem die locker sitzende Guise Pants inzwischen zu einem Bürofavoriten von mir wurde, sollte es die schmale Hose 6543 von Burda werden. Eigentlich habe ich mich ja in die Safran Jeans von Deer an Doe verguckt aber die gibt es nicht als pdf Schnitt und Papierschnitte kopieren ist für mich schlimmstes, denkbares Martyrium. Damit ich wenigsten ein bischen von der Idee dieser Hose verwende, habe ich mir einen elastischen Pünktchenjeansstoff gesucht, der dem auf dem Produktbild gleicht. Bei Stoffe Zanderino wurde ich fündig.

Ich kann schonmal sagen 3% Elasthan sind für richtige Skinny Jeans zu wenig. Es genügt zwar eine sehr schmale Hose bequem sein zu lassen aber ganz hauteng braucht einen höheren Elasthananteil.

 

Schnittanpassung Skinny Jeans

Die Guise Pants wurde mir ja leider trotz Verlängerung einen Ticken zu kurz, also habe ich diesmal noch länger verlängert. Insgesamt 12 cm, je zur Hälfte am Oberschenkel und unterm Knie zugegeben. Ich finde es könnte sogar noch ein klein wenig länger sein, was mich echt wundert denn so unfassbar viel größer als der Durchschnitt bin ich nun auch wieder nicht.

Skinny Jeans Schnittmuster verlängern

Ich habe die Hose zunächst gemäß meinem Hüftmaß zugeschnitten. Laut Maßtabelle sollte ich jetzt zur Taille hin ein bis zwei Nummern kleiner werden. In meinem Beitrag zu proportionsfreundlicher Linienführung habe ich mal vorgerechnet welchen Unterschied die verschiedenen Maßtabellen der Desigern machen. Auf diesem Bild sieht man gut wieviel es ausmacht ob man „nur“ zwei Größen oder bei manch anderem Designer noch mehr Größendifferenz überbrücken müsste. Selbst diese vergleichsweise geringe Differenz, ist gar nicht so leicht anzupassen. Ich habe letztlich an den Seiten und in der hinten Mittelnaht einiges wegenommen und final noch Abnäher im Sattel gesetzt.

Die Passform ist damit recht gut aber noch nicht ganz optimal, da geht noch was. Vor allem drehen sich die Innenbeinnähte ab Knie abwärts beim Tragen nach vorn. Ausserdem ist unter dem Po noch etwas Luft am rückwärtigem Oberschenkel obwohl ich gleichzeitig auf dieser Höhe vorne Querfalten habe. Hier muss ich noch rausknobeln woran es liegt. Wer einen Tip hat was ich ändern muss, bitte schreibt es mir!

Taillenanpassung

Taschen für den Poppes

Zuerst hatte ich die Taschen genau nach Schnittmuster erstellt und aufgesetzt. Gruselig.

Geht gar nicht!

Viel zu klein und viel zu weit oben.

Durch das Pünktchenmuster fällt es vielleicht nicht ganz so deutlich auf aber zu kleine Taschen, die zu weit oben sitzen lassen den Hintern definiv unvorteilhaft größer und deformiert aussehen.

Zu Kleine Taschen

Also habe ich die Taschen nochmal abgetrennt, größere zugeschnitten, diese mit einem Zierstich versehen und etwas tiefer angesetzt. Hier mal der direkte Vergleich.

Taschenvergleich

Taschen nachträglich aufsetzen ist zwar ein klein wenig fummelig, wenn man nicht Vorder- und Hinterhose zusammennähen möchte aber ich werde zukünftig die Taschen immer zuletzt aufsetzen. Vor allem wenn ich mal eine einfarbige Hose mit Kontrastnähten nähe und die Taschen optisch noch mehr ins Gewicht fallen. Ich glaube hier lohnt es sich bei jeder Hose neu zu probieren was die knackigste Rückansicht erzielt.

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Agnes Top von Tilly and the Buttons

Das Motto Nähen statt kaufen zwingt mich ja auch zum ungeliebten Nähen von Basictops. Dafür hatte ich mir mal aus diversen halbgut sitzenden Schnitten einen als Grundschnitt zusammengebastelt. Der ist auch echt okay aber im Dauertragetest nicht perfekt. Beim Maßtabellenvergleich stolperte ich über Tilly and the Buttons,  ein symphatisches, kleines, englisches Label mit Schnitten, die ein wenig 70-er Flair versprühen.

Da meine Brust- und Taillenmaße nahezu identisch sind mit Tillys Tabelle, wollte ich unbedingt einen Oberteilschnitt ausprobieren. Selbst der für deutsche Verhältnisse recht hohe Preis konnte mich nicht abhalten. Das Agnes Jersey Top sollte es sein und ich finde die Investition hat sich für mich gelohnt. Ich habe tatsächlich erstmal nichts angepasst und überall stimmt es, sogar die Länge. Ein weiteres Halleluja dafür. Nur eine kleine Mittelnaht habe ich ergänzt, mein kleines Hohlkreuz braucht das einfach. Dennoch habe ich lange kein so gut sitzenden Schnitt für mich gehabt.

Genäht ist das Top aus einem Biojersey von Lebenskleidung. Kleiner Tip am Rande: Wenn ihr mal in der Hauptstadt seid, geht zum Werksverkauf, dort gibt es auch für normale Kunden die Großhandelspreise, ein drastischer Preisunterschied! Obendrein kann man in Ruhe Stoffe befummeln, ich bin ja der haptische Typ und liebe es mit geschlossenen Augen über Stoffballen zu streichen.

Da riss es mich sofort nach Fertigstellung zu einem Spiegelselfie hin 🙂

Agnes Top Spiegelselfie

Partnerlook mit Sohn

Manchmal beneide ich die Mädchenmütter um ihre zarten Partnerlooks mit Kleidchen und Blumenmustern. Solange der Sohn noch keine Meinung zu Kleidung hat, nutze ich das schamlos aus und nähe uns auch Partnerlooks. Auf Maritime Designs kann man sich ja durchaus einigen, finde ich.

Agnes Top und Burda Jeans
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Sein Body ist geschenkt aber aus diesem tollen Streifenjersey von mir, wird er wohl auch noch einen genäht bekommen. Die Hose ist eine Karlchen Knopf von Konfettipattern.

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